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     Lebens~     Energie~
 

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Geschichten                        von und mit
                                                        Claudia Golomb


      
 

Herzlich Willkommen auf der unsichtbaren, mysterienvollen, magischen Seite des Lebens, die sich so wunderbar in Geschichten formen und ausdrücken lässt. Denn Geschichten können trösten, berühren, verändern, annehmen und heilen, was du erzählst und wenn du zuhörst.  Alles Geschichten …

Frau Holle ~
Märchen und Mythen

Als Naturgestalt verwandelt sie Jahres- und Lebenszeiten, als Kulturschöpferin hilft sie den Menschen, ihre Kräfte und Kulturtechniken zu entfalten, als Schicksalsspinnerin begleitet sie alles Leben von der Wiege bis zur Bahre und darüber hinaus. da sie in ihrem Frau Holle Teich  die Seelen der Ungeborenen hütete.

Im eigenen Verlag habe ich meine persönlichen Lebens~Energie~
Geschichten in dem Buch "Kassandra 3.0" veröffentlicht. Einige persönliche Lebens~Ge-schichten ehemaliger Auftraggeber-Innen sind in meinem zweiten Buch "Geschichten-VerSchreibung" zu-sammengefasst. Mein drittes Buch widmet sich den energetischen Prozessen selbst.

Ihre persönliche Lebens~Energie~Geschichte

schreibe und erzähle ich, indem ich Ihr Leben in eine fantasievolle und wertschätzende Geschichte oder Ballade oder Märchen oder Reisebericht oder Krimi oder Sage verwandle, in denen Sie sich in der Hauptrolle wieder- und neu entdecken können. Lassen sie sich überraschen, verwandeln und in ihrem Potenzial entfalten.

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Ihre persönliche
Lebens~Energie~Geschichte

In meinen Lebens~Energie~Geschichten - Ihres Lebens -  weichen Ihre geprägten Persönlichkeitsstrukturen auf, weil ich sie auf die  andere Seite unseres menschlichen Wesens mitnehme, in unser seelisch-geistiges Dasein, welches ich als energetischen Pol oder Energie-Polarität zu unserem Körper-Sein betrachte.  In diesen weiten Dimensionen lasse ich sie ihre unendlichen Potenziale spielerisch entdecken und an-erkennen und, sich eins, in Übereinstimmung fühlen: mit sich, mit anderen,

mit der Welt. Ihre schweren Erlebnisse, Schicksals-

schläge, Verluste, „Ihr Unerreichtes“ sind

darin genauso aufgehoben wie Ihre Freuden,

Ver-Bindungen und das Erreichte,

worauf sie stolz sind.

Alle Leben und so auch unsere Lebensausdrücke

erscheinen und vergehen, und dazwischen haben wir

die wunderbare Möglichkeit, genau das wahr-zu-nehmen:

Wer wir in Wirklichkeit sind: Einheit und Erscheinung,

Eins-Sein und Getrennt-Sein, Verbundenheit und

Verlorenheit, Bewusstsein und Unbewusstsein, …,

doppelte Natur, mit der Fähigkeit, durch unser

Polarität-Sein nicht nur unser Verbunden-Sein,

sondern sogar unser Eins-Sein an-zu-erkennen.

Das Leben ist ein Wunder, welches sich täglich, stündlich, sekündlich im All entfaltet. Ihre All-Tags-Realität nehme ich wertschätzend zur Kenntnis und verzaubere sie humorvoll und mehrdeutig zur anderen Seite unseres Lebens hin, wo wir pure Energie sind, Seele und Geist. Hier gelten andere Gesetze und vor allem fallen sämtliche Blockaden der irdisch-materiellen Welt. In dieser poetischeren Wirklichkeit, in der Sie natürlich die Hauptrolle spielen, lasse ich Sie durch meine magischen Spiegel gehen und ihre Enttäuschungen verwandeln sich in Ent-Täuschungen, Des-Illusionierungen befreien Sie von Illusionen, Lebenslügen offenbaren ihren wahren Kern, Hindernisse rufen die HelferInnen herbei, für die sie geschaffen wurden und alles, aber auch alles, was bisher sinnlos, vergeblich und schmerzlich erschien, erfährt sich in seinem tieferen Sinn.

Als Geschichten-Alchemistin folge ich aufmerksam Ihrem roten Faden,  löse die Elemente in ihre einzelnen Bestandteile und binde sie wieder, spinne und webe einen neuen roten Faden, den ich Ihrer Lebens~

Energie~Geschichte zu Grunde lege.

Sie erzählen mir Erlebnisse und Anekdoten, die Sie in Ihrer Geschichte erwähnt haben wollen, sowie einige Daten und Fakten aus Ihrem Leben. Damit bestimmen Sie Ihren Geschichten-Tief-Gang! ;), und ob es ein Märchen oder eine Ballade, ein Brief-Wechsel, ein Reisebericht, eine mittelalterliche Legende oder eine Laudatio, oder ??? werden möchte.

 

Ihre persönliche Lebens~Energie~Geschichte             

 

können Sie als einfaches Geschichtenheft, als Buch mit oder ohne ISBN, als Audio und oder Video, mit oder ohne meine Performance in einem festlichen Rahmen buchen. Wenn Sie sich und Gäste damit beschenken wollen, lade ich Sie auf Ihrer Feier für zwanzig bis dreißig Minuten ein, mir mit offenen Augen und Ohren in eine märchenhaft verzauberte Welt zu folgen, in der Sie jemand anderes und doch ganz Sie selbst sein können. Sie werden von dieser Sichtweise auf Ihr Leben positiv berührt sein und staunen, was alles in Ihnen und in Ihrer Lebensgeschichte steckt!

 

Weil die persönlichen Auftragsgeschichten zu privat sind, zeige ich hier stellvertretend  einen öffentlichen Auftritt, bei dem ich aus einzelnen Wörtern Stegreif-Geschichten erfunden habe - als Beispiel für mein alchemistisches Geschichten ersinnen. 

Unten folgen anonymisierte Geschichten-Beispiele für Lebens-Zeiten-Feste wie runde Geburtstage, Hochzeiten, Initiationsgeschichten für Jugendliche, Pensionierung und Büroeinweihung.

 

Lebenszeitenfeste:
4./30./50./70.Geburtstag

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Der kleine Engel ist ursprünglich eine Geburtstagsgeschichte für einen Vierjährigen. Als der kleine Engel zufällig von seiner Wolke aus die Erde und ihre Farben unter sich entdeckt, überkommt ihn eine große Sehnsucht danach, auch einmal auf diesem wundersamen Planeten zu leben. So geht er in die himmlische Erdenschule, um am eigenen Engelkörper zu erfahren, was „Erdenschwere“, „herunterfallen“ und „wehtun“ ist und wieso alles, was im Himmel aus weißgoldenem Licht ist, auf der Erde in vielen schönen Farben erscheint. Der kleine Engel versucht das Leben und die Sinnsuche der Menschen zu verstehen und wird sich anhand ihrer Endlichkeit seiner eigenen Unendlichkeit bewusst. Schließlich kommt nach der Probe die große Entscheidung, ob er immer noch als Mensch auf die Erde kommen möchte, um die Farben auf der Erde zu mischen. Und die Antwort hat jede und jeder von uns mit dem eigenen Leben schon gegeben. Deshalb ist diese Geschichte eine Geburtstagsgeschichte für jeden Menschen.

Die Ballade von Jan Liebeball ist eine umgeschriebene Version der "Ballade von Felix Fliegenbein" von Michael Ende zu einem 30. Geburtstag. So tanzte Felix Fliegenbeil Jahrhunderte ganz ohne Seil von Stern zu Stern ins Unendliche fern der Erde und der Sonne, wo in der allerleersten Leere ihm schien die größte Wonne nichts and'res als die Erdenschwere. Als Sternschnuppe fiel dem Paare beim Liebesspiel er zu und wuchs im Mutterbauch zu einem neuen Kosmos auf. Erst war's behaglich enge bis schließlich fiel der Jan nach etwas Gedränge in warme weiche Hände. ... Nicht nur die leuchtenden Sterne am Himmel der Ferne möchte Jan bewegen, sondern des Lebens artistischen Tanz auf dem Boden der Erde erleben. In den Räumen dazwischen aber pflanzt er Träume in Menschen wie Bäume, die ihre Wurzeln tief in die Erde senken, dass Stämme und Äste sich kräftig ränken, ihre Krone himmelwärts und sich einander schenken. ...

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Die ÜberSetzerin Vom Gipfel des Ayers Rock aus, den die Einheimischen „Uluruh“ nennen, sah Michaele die Sonne aufgehen. Es war überwältigend, wie sich die riesigen Felsen, die sie im Dunkeln mit Mann und Kind bestiegen hatte, unter ihr verfärbten. Als würde der Stein tatsächlich erwachen, als dehnten und streckten sich seine kristallinen Zellen und versetzten alles Feste in Schwingung. Michaele spürte es unter ihren Füßen, die zu kribbeln begannen und bald stand ihr ganzer Körper wie unter Strom. Ein unheimlich lebendiges Gefühl und eine wache Erregung durchfluteten sie. Sie wandte sich Michael zu, der Ähnliches spürte. ... Die Nebel von Michaeles beruflichen Pfaden haben sich gelichtet und eine neue – in vieler Hinsicht naheliegende – Aufgabe enthüllt. Sie übersetzt nun alltägliche Bedürfnisse oder außergewöhnliche Wünsche von älteren Frauen und Männern, die die letzten Schritte ihrer Lebenswege nicht mehr ohne Hilfe gehen können. Und auch für den allerletzten Schritt, in dem die Seele den Körper entlässt, ist Michaele eine einfühlsame Begleiterin. Als ÜberSetzerin, die einen Bogen vom Ayers Rock zum Michelsberg gespannt hat, weiß sie, dass die heilige fortwährende Schöpfungsgegenwart nicht unterscheidet zwischen einem Leben im Körper und einem im Geist. Ob Kind, ob alter Mensch, ob Kollegin oder Freundin, ob Ehemann, ob Tochter oder Sohn, ob Mutter oder Nichte, ob Schwager oder Neffe, ob kleine Pflanze oder großer Baum, ob wildes oder zahmes Haustier – Michaele ist allen eine fürsorgliche, loyale und liebevolle ÜberSetzerin! Mit ihrem 50. Geburtstag kommt Michaele nun in die Jahre, in der sie sich selbst immer besser übersetzen kann. Denn je tiefer wir in die eigenen Lebensgründe blicken, desto deutlicher sehen wir die Möglichkeiten, die noch vor uns, oder besser gesagt, in uns liegen.

 

Geschichten aus 1001 Tag Der erste Tag Eines Morgens blieb das ‚Tischlein deck dich‘, das Hannes in seinem Glück mit Gertrud erschaffen hatte, leer. Keine Tischdecke lag ausgebreitet, keine Teller, keine Tassen und kein Besteck waren bereitet, vom Essen fehlte jede Spur. Es duftete nicht nach Kaffee in der Wohnung, es waren keine Geräusche vom Umblättern der Kölnischen Rundschau zu hören und Scheherazade, die orientalische Geschichtenerzählerin war mit Hannes verstummt. Denn er hatte aufgehört, um Gertruds Lebens willen Geschichten zu erzählen. Das Buch der Ehe hatte sich geschlossen. Und die sichtbaren Schätze, die Hannes' verstorbene Frau aus sechsunddreißig gemeinsamen Ehejahren hinterlassen hatte, ihre gemeinsamen Kinder und Enkel, konnten ihn jetzt auch nicht trösten. ... „Apropos Singen“, übernimmt jetzt Eleonore wieder den Erzählfaden. „Ich singe in einem Kirchenchor und jeden Donnerstagabend gesellt sich Hannes zu unserer illustren Runde, die nach der Arbeit an Kehle und Stimmbändern, diese nun befeuchten geht. All das hört sich für euch vielleicht sehr nach Lebefrau und Lebemann an und das stimmt auch, aber es schließt nicht aus, gleichzeitig auf den Wegen des Herrn zu wandeln. Zum Beispiel auf unseren Reisen in Israel, in Syrien und in Armenien. Zum Schluss möchte ich euch ein noch ein Bild schenken, das sich tief und warm und voller Liebe in meine Seele geprägt hat. Es ist das Bild von Hannes, das er mir seit sieben Jahren an jedem unserer tausendersten Tage schenkt. Wie er morgens am Fenster steht und mir zuwinkt, wenn ich gegen halb neun zu ihm frühstücken gehe. Und wie Hannes immer noch da steht, wenn ich mit den Zeitungen vom Kiosk zurückkomme, mit der Kölnischen Rundschau für ihn und mit dem Kölner Stadtanzeiger für mich. Und dafür und für all das Schöne, das Hannes und ich miteinander teilen, bedanken wir uns jeden Abend und sprechen einen Wunsch aus, dessen Erfüllung nicht allein in unseren Funken liegt: ‚Der liebe Gott behüte dich und lass dich morgens wieder erwachen.‘“

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Märcheninstallation

Apolda 2017

 


"Grüne und Diamantene Hochzeiten"

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Der Sänger und die Tänzerin Schöpfungstanzgesänge Am Anfang war das große Nichts. Ein leerer Raum. Bis eine Stimme in dem Raum ertönte und das erste Lied erklang. Der leere Raum füllte sich mit Gesang, Tönen, Melodien, die immer facettenreicher, virtuoser und schillernder wurden. Aus dem leeren Raum wurde reiner Klang. Er füllte sich ganz aus und ruhte lange in sich, ohne ein anderes Bedürfnis, als zu klingen. Doch irgendwann, sagen wir nach 200 Millionen Jahren, da genügte sich der Klang nicht mehr. Zum ersten Mal in seiner Existenz spürte er Sehnsucht. Anfangs nur ein wenig, doch mit jedem Jahrtausend wuchs die Sehnsucht und wurde größer und nahm bald genauso viel Raum wie der Klang. Bis aus dem reinen Klang reine Sehnsucht wurde. ... Am Abend dieses Tages kamen Imra in seine Wohnung nach Bonn und Vita in ihre Wohnung nach Rheinbach und setzten sich gleich an ihre Klaviere. Sie spielten dieselbe Melodie, ohne es zu wissen. Und sie spürten die gleiche Sehnsucht, ohne es zu ahnen. Diese Sehnsucht öffnete Räume in ihnen, die sie bisher nicht gekannt hatten! Seitdem suchte einer immer wieder die Nähe des anderen. Sie hatten sich unglaublich viel zu erzählen, als kannten sie sich schon viele Millionen Jahre. Eines Tages trafen sie sich, um vierhändig Klavier zu spielen. Als sie aber die ersten Tasten berührten, war es, als würden elektrische Ströme durch sie und das Klavier hindurchfließen, als seien sie ein Körper: Imra, Vita und die Töne. Erschrocken zuckten ihre Hände von den Tasten zurück. „Wer bist du?“ fragten sie sich. „Ich bin Vita, die Lebendige!“ „Ich bin Imra, der den Regentropfen besitzt!“ Sie küssten sich. Und sie küssen sich immer noch und immer wieder. ...

Liebende durch Zeit und Raum Es war das erste Mal, dass sie zu einer Corrida gekommen war. Bisher hatte sie den Tempelbezirk am Fuße der Sierra Nevada gemieden. Corrida de Toros war nun nicht mehr der Name eines alten Stier-Kultus, sondern ein Wettkampf zwischen den Toreros und dem Toro Bravo, dem einheimischen Ur-Stier der iberischen Halbinsel. Was sie hierher zog, war nicht der Kampf, nicht der Schweiß, nicht die fiebernde Angst und Erregung der anderen Zuschauer um sie herum, sondern ein Gefühl, das sie in den letzten Jahren vermisst, und vielleicht sogar vergessen hatte. ... „Der Weg nach Amerika ist weit und braucht viel Zeit, zu überstehen sind gefährliche Gegenwinde, die schlummern in so manchem Kinde, und selbst wenn die Untiefen tapfer überstanden, kann es sein, an verschiedenen Ufern zu stranden, und wenn wir doch gemeinsamen angekommen sind, wissen wir noch lange nicht, wo wir in Wirklichkeit sind. Wir wissen nun, dass wir gemeinsam angekommen sind. Aber wir wissen noch nicht, mit wem wir in Wirklichkeit sind! Wo seid ihr, wenn wir heiraten wollen?“, fragten Roland und Renate ihre Kinder. „Natürlich mit dabei!“, kam ein lautes Antwortgeschrei! ...

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Die Himmelsschlüsselkinder ist ein Geschichten-Geschenk an die Schwester und den Schwager zur Diamantenen Hochzeit. Das Motiv der Himmelsschlüssel spiegelt die Innigkeit wider, mit der das Paar 60 Ehe- und Familienjahre gemeistert hat. Und versinnbildlicht poetisch ihren Umgang mit den prägenden Erfahrungen von Krieg und Flucht. Es war einmal eine Familie von Himmelsschlüsseln, die erblühte jedes Frühjahr zur selben Zeit an demselben Ort. Und das war natürlich der schönste Ort der Welt, der aus diesem Grund geheim bleiben soll. Ich will nur soviel davon verraten, dass die Heimat der Himmelschlüsselfamilie zwischen einem Meer und einem Berg im Osten lag. Wie alle anderen Himmelsschlüssel auch nahmen diese Blumen das Himmelslicht in sich auf und strahlten es von unten, von der Erde wieder in den Himmel zurück. Und allen Wesen, ob Vierfüßler oder Zweibeiner, ob Geflügelte oder Gebügelte, allen Wesen, die sich von diesem Licht berühren ließen, öffnete es auf Erden schon geheimnisvolle Tore, hinter denen die größte aller Mächte verborgen war. Zu jener Zeit lebte aber ein böser Zauberer, der selbst der Mächtigste in allen Welten sein wollte. Deshalb waren das Himmelslicht und alles, was auf der Erde das Licht fing und widerspiegelte seine größten Feinde. Weil aber alle Wesen von diesem Licht lebten und immer mehr davon in sich aufnehmen wollten, versprach der böse Zauberer, dass er für alle das Licht einfangen wolle. Dass er dafür aber die Dunkelheit bräuchte. Und weil der Zauberer viele andere Zauberer unter sich hatte und weil er immer mehr hungrige Wesen verzauberte, wurde es auf der Erde immer dunkler. Der Zauberer warf Rauch-kugeln umher und davon verbrannten Wälder, Städte, Vierfüßler, Zweibeiner, Geflügelte und Gebügelte. ... Und sie spürten, dass die ganze große Familie über etwas sehr Innerliches miteinander verbunden war. Und wie es sich für die Kindeskinder von zauber-haften Großeltern gehört, haben sie auch einen Zauberblick. Damit können sie direkt in die Herzen ihrer Verwandten schauen, in denen die gleichen Himmelsschlüsselblumen blühen, wie bei ihren Eltern. Auf diese wunderbare Weise haben sich Friedl und Inge, während sie gemeinsam älter wurden und sechzig Ehejahre miteinander verlebten, in weiteren Schlüsselblumen verjüngt. Was für ein Geschenk und was für eine große Kraft, gemeinsam soweit zu kommen. Die Schlüssel dazu tragen sie in ihren Herzen mit. Damit öffneten sie schon auf Erden die Tore zu der größten aller Mächte, die die meisten erst im Himmel vermuten: zur Liebe. Und so haben beide das irdische Himmelslicht über die Welt verteilt. Heute haben sich ihre Lieben um sie zusammen gefunden. Und wenn alle ganz still sind, wie in diesem Moment, dann können Inge und Friedl aus den unterschiedlichen Tönen der Himmelsschlüssel eine gemeinsame Melodie heraushören, irdisch und himmlisch zugleich.

Initiationsgeschichte für Mädchen und Jungen

 

Rotkäppchen ist ein 13 jähriges Mädchen, das zum ersten Mal allein durch einen dichten unbekannten Wald geht, um die Großmutter zu besuchen. Sie trifft einen geheimnisvollen Wolf und einen übergriffigen Jäger. Als Rotkäppchen erschöpft bei der Großmutter ankommt, wird sie von ihr und anderen Frauen in die Geheimnisse der Liebe eingeweiht und lernt dabei, ihre eignen Bedürfnisse und Grenzen auszusprechen. „Großmutter, warum hast du so große Augen?“ – „Damit ich sehen kann, was ist!“ – „Großmutter, warum hast du so große Ohren?“ – „Damit ich hören kann, was ist!“ – „Aber Großmutter, warum hast du eine so große Nase?“ – „Damit ich das Unsichtbare und das Unhörbare riechen kann!“ – „Und warum hast du so große Hände?“ Die Großmutter lehnt sich ein Stück vor. „Damit ich fühle, was ich nicht hören, nicht sehen und nicht riechen kann!“. Mit diesen Worten nimmt sie die Hände des Mädchens in ihre Hände. ... Die fragt noch zum Abschied: „Und, Rote Frau, weißt du nun, warum du so einen großen Mund hast?“. „Ja Großmutter, ich weiß, dass ich einen so großen Mund habe, damit ich das, was ich mit meinen Augen sehe und was ich mit meinen Ohren höre und was ich mit meiner Nase rieche und was ich mit meinem ganzen Körper fühle, auch aussprechen kann!“.

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Goldener ist ein 18 jähriger Junge, der den eingesperrten Wilden Mann unfreiwillig befreit. Weil er damit seine Eltern „verrät“, flieht er mit ihm in die wilden Wälder Xanadas. Mit dem, was er bei dem Mann lernt, erobert er auf Umwegen schließlich das Herz einer Prinzessin und begegnet gereift seinen erfreuten Eltern wieder. ... Der Junge war es gewöhnt, mit seiner Mutter des Öfteren die Wohnsitze zu wechseln, die unterschiedlich königinnenlich waren. Auch als allein erziehende Königin mit entsprechender Verwandtschaft und Unterstützung war das nicht immer leicht. Während sie also das alltägliche Leben mit ihrem Sohn gestaltete, sorgte der königliche Vater für alljährliche Abenteuer und zeigte seinem Sohn die große, weite Welt. Ihm, dem Sohn aber blieb die Aufgabe, diese beiden Welten immer wieder aufs Neue miteinander zu verbinden. Und das zarte Wesen, mit dem er seine Erdenlaufbahn angetreten hatte, widmete sich ganz dieser Aufgabe. Er entwickelte sich zu einem Sonnenjungen und war stetig bemüht, sein inneres Strahlen erst in die königlichen Beziehungsgeflechte einzubringen und später auch in seine jungritterlichen Knappschaften. ...

Pensionierung
 

 

Kinder leben gefährlich ist eine Lebensgeschichte, die die Leiterin einer Logopädie ihrer Mitarbeiterin zum Abschied in die Pensionierung schenkte. Kinder leben gefährlich. Das weiß Martina genau. Schließlich war sie auch mal eins. Aber welche der Welten, in denen sie aufwuchs, war die gefährlichere? Waren es die Abenteuer, die sie bestehen musste, wenn aus einem Bauklotz ein riesiges Hochhaus herauswuchs und wenn der Drache, den sie eben noch so farbenprächtig auf ein Blatt Papier gemalt hat, plötzlich lebendig wurde und Feuer spie? Oder war doch die Welt der Strumpfhosen und Schuhe anstrengender, wenn sie über ihre kleinen Beine und Füße gezogen wurden? ... Und sie kann sich noch daran erinnern, wie sie mit einem Zauberrucksack auf die Welt gekommen ist. Jedes Mal, wenn sie ein neues Zaubermittel brauchte, um den Feuer speienden Drachen oder den widerspenstigen Schnürsenkeln mutig zu begegnen, packte sie dieses aus. ... Kinder leben gefährlich. Erwachsene auch. Wenn Kinder ihre Zauberrucksäcke auspacken und entdecken konnten, fällt es ihnen später leichter, die zu ihnen passende Werkzeugtasche finden. In dieser Weise nehmen sie als junge Erwachsene ihren Platz in der Welt ein, der je nach Veranlagung mehr auf der Seite der phantastischen oder der festen Dinge ist. Oder dazwischen. Oder sie bereichern die Welt um etwas Neues, und erfinden selbst Werkzeugtaschen. ...

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Veronika Dietz Töpferei

Büroeinweihung
 

 
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Postkarte von Eva Schimek

Die Steuer-Dolmetsche, zur Büroeröffnung Ursprünglich wollte Frederike Dolmetscherin werden. Das war noch in der DDR. Und da durfte sie nicht. In ihrer Familie befanden sich einige konterrevolutionäre Elemente, die es gewagt hatten, die russische Pädagogik zu kritisieren. Deshalb durfte Frederike kein Französisch und kein Spanisch lernen. Denn wer weiß, was sie in diesen, den Ostbürgerinnen und Ostbürgern schon orientalisch anmutenden Sprachen alles kritisiert haben könnte. Und somit studierte sie etwas Unverfängliches und fast Ideologiefreies, denn es war ein Studium der Ingenieurökonomie für Energieversorgung und -anwendung, das auch nach der 89er Revolution und für die BRDigung kompatibel blieb und sich zu einem Abschluss der Betriebswirtschafts­lehre wendelte. Seit dieser Zeit steht das Wendeln im Zentrum von Frederikes beruflicher Laufbahn. ... Frederike nahm aus dem „DDRischen“ ein kraftwerkspezifisches Berlinerisch und mischte es mit einem frauenspezifischen Sächsisch. Daraus ergab sich eine ostfrederikische Matrix, die zu einer Hälfte in Frederikes Unbewußten und zur anderen in ihrem Bewusstsein verankert ist. Alles, was danach auf ihre Matrix fiel, wurde von diesen eigenwilligen Eigenschaften eingefärbt. ...