top of page

 
im Spiegel

von Geschichten,

Märchen und Mythen

BM8W1212f.jpg

Die Schöpfungsgesetze erscheinen in Geschichten, Märchen und Mythen oft als mysterienvolle, magische Seite des Lebens - weil wir sie in unserer Konsensrealität nicht verkörpern. In Geschichten trösten und berühren sie uns. Wir können in ihnen annehmen, heilen und verändern, was uns schmerzt, verwirrt und entmutigt, und uns damit verbinden.
 

Frau Holle ~
Märchen und Mythen

Als Naturgestalt verwandelt sie Jahres- und Lebenszeiten, als Kulturschöpferin hilft sie den Menschen, ihre Kräfte und Kulturtechniken zu entfalten, als Schicksalsspinnerin begleitet sie alles Leben von der Wiege bis zur Bahre und darüber hinaus. da sie in ihrem Frau Holle Teich  die Seelen der Ungeborenen hütet.

Als Erzählerin und Autorin liebe ich es, Sinn und Unsinn zu stiften und Ihr Herz und Ihren Geist mit alten, mit modernen und mit eigenen Geschichten zu erfreuen! Märchen sind poetische Zauberspiegel, in denen wir das Leben auf eine tiefgründige, geheimnisvolle und wunderbare Weise wieder und neu entdecken können.

Ihre persönliche
Schöpfungs~Geschichte

schreibe und erzähle ich, indem ich Ihr Leben in eine fantasievolle und wertschätzende Geschichte oder Ballade oder Märchen oder Reisebericht oder Krimi oder Sage verwandle, in denen Sie sich in der Hauptrolle wieder- und neu entdecken können. Lassen sie sich überraschen, verwandeln und in ihrem Potenzial entfalten.

Anker 1

Ihre persönliche Schöpfungs~Geschichte

"Sie hatte sich selbst (in den Geschichten) wie in einem Spiegel gesehen, durch den ihr die inneren Augen geöffnet waren. Sie hatte dies alles gelebt und gelitten wie eigenes." aus Frau Holle, Die ausgeblasenen Lichtlein

 

                                   Ihre persönliche Schöpfungs~Geschichte             

 

können Sie in verschiedenen Formaten und zu verschiedenen Preisen bei mir in Auftrag geben. Abhängig von Ihrem Wunsch und meinem Wohnort finden Gespräche und potenzielle Auftritte live oder virtuell statt.

In einem ca. halb- bis einstündigen Gespräch erzählen Sie mir die Erlebnisse und Anekdoten, die Sie in Ihrer Geschichte erwähnt haben wollen, sowie einige Daten und Fakten aus Ihrem Leben, oder von der Person, die sie damit beschenken wollen. Damit bestimmen Sie den Tief-Gang ;), und ob es ein Märchen oder eine Ballade, ein Brief-Wechsel, ein Reisebericht, eine mittelalterliche Legende oder eine Laudatio, oder ??? werden möchte.

Als Schreibdokument von 6-8 DIN A4-Seiten:                                               600 €

Mit einem gestalteten Geschichten-Heft (ca. 10 Exemplare):                     700 €

Mit einer ca. 20 minütige Live-Performance und oder

Audio/ Videoaufnahme                                                                             800-900 €

Falls Sie sich ein Buchprojekt von ihrem Leben wünschen, und für

alle möglichen anderen Fragen oder Ideen, kontaktieren Sie

mich bitte: 0049 16097532028

siehe auch: GeschichtenVerSchreibung

                     Deine SelbstGeschichte

Das Leben ist ein Spiegel, welcher sich täglich, stündlich, sekündlich im All erschafft. Ihre All-Tags-Spiegelungen nehme ich wertschätzend zur Kenntnis, folge  aufmerksam Ihrem Lebensfaden und gehe mit Ihrer Selbstwahrneh-mung durch die 7 Tore der Inannah: bewertungsfrei, des-identifizierend, ent-objektivierend, Ja-Wort gebend, die andere Polarität - besonders im Schwierigen - hervorbringend, die zirkulären Selbstbestätigungen an-er-kennend und selbstschöpferische Verbundenheit wahrnehmend.

 

Humorvoll und mehrdeutig projiziere ich meine dabei erschaffende Wahrnehmung Ihres Lebens in sinn-bildliche, symbolische, poetische Sprache und Erzählstrukturen. In dieser auto-poietischen Wirklichkeit, in der Sie natürlich die Hauptrolle spielen, verwandeln sich ihre Enttäuschungen in Ent-Täuschungen, DesIllusionierungen befreien Sie von Illusionen, Kompromisse offenbaren ihren wahren Kern, Hindernisse rufen die HelferInnen herbei, für die sie geschaffen wurden, ...  Was bisher sinnlos, vergeblich und schmerzlich erschien, erfährt sich in seinem tieferen Verbundenheits-Sinn, der sich meistens zuerst in seiner Polarität zeigt: sich getrennt zu fühlen.

Sie werden von dieser Sichtweise auf Ihr Leben begeiste(r)t, beseelt, positiv berührt sein und staunen, was alles in Ihnen und in Ihrer Lebensgeschichte steckt! Wenn Sie sich und Gäste damit beschenken wollen, lade ich Sie auf Ihrer Feier für zwanzig bis dreißig Minuten ein, mir mit offenen Augen und Ohren in Ihre persönliche SchöpfungsGeschichte zu folgen, in dem Sie jemand anderes und doch ganz Sie selbst sein können.

Weil die persönlichen Auftragsgeschichten zu privat sind, zeige ich hier stellvertretend  einen öffentlichen Auftritt, bei dem ich aus einzelnen Wörtern Stegreif-Geschichten erfunden habe - als Beispiel für mein alchemistisches Geschichten ersinnen. 

Unten folgen anonymisierte Geschichten-Beispiele für Lebens-Zeiten-Feste wie runde Geburtstage, Hochzeiten, Initiationsgeschichten für Jugendliche, Pensionierung und Büroeinweihung.

Anker 2

Lebenszeitenfeste:
4./30./50./70.Geburtstag

Engel.jpeg

Der kleine Engel ist ursprünglich eine Geburtstagsgeschichte für einen Vierjährigen. Als der kleine Engel zufällig von seiner Wolke aus die Erde und ihre Farben unter sich entdeckt, überkommt ihn eine große Sehnsucht danach, auch einmal auf diesem wundersamen Planeten zu leben. So geht er in die himmlische Erdenschule, um am eigenen Engelkörper zu erfahren, was „Erdenschwere“, „herunterfallen“ und „wehtun“ ist und wieso alles, was im Himmel aus weißgoldenem Licht ist, auf der Erde in vielen schönen Farben erscheint. Der kleine Engel versucht das Leben und die Sinnsuche der Menschen zu verstehen und wird sich anhand ihrer Endlichkeit seiner eigenen Unendlichkeit bewusst. Schließlich kommt nach der Probe die große Entscheidung, ob er immer noch als Mensch auf die Erde kommen möchte, um die Farben auf der Erde zu mischen. Und die Antwort hat jede und jeder von uns mit dem eigenen Leben schon gegeben. Deshalb ist diese Geschichte eine Geburtstagsgeschichte für jeden Menschen.

Engel

Die Ballade von Jan Liebeball ist eine umgeschriebene Version der "Ballade von Felix Fliegenbein" von Michael Ende zu einem 30. Geburtstag. So tanzte Felix Fliegenbeil Jahrhunderte ganz ohne Seil von Stern zu Stern ins Unendliche fern der Erde und der Sonne, wo in der allerleersten Leere ihm schien die größte Wonne nichts and'res als die Erdenschwere. Als Sternschnuppe fiel dem Paare beim Liebesspiel er zu und wuchs im Mutterbauch zu einem neuen Kosmos auf. Erst war's behaglich enge bis schließlich fiel der Jan nach etwas Gedränge in warme weiche Hände. ... Nicht nur die leuchtenden Sterne am Himmel der Ferne möchte Jan bewegen, sondern des Lebens artistischen Tanz auf dem Boden der Erde erleben. In den Räumen dazwischen aber pflanzt er Träume in Menschen wie Bäume, die ihre Wurzeln tief in die Erde senken, dass Stämme und Äste sich kräftig ränken, ihre Krone himmelwärts und sich einander schenken. ...

Auferstehung005S.jpg
Linghum.jpeg

Die ÜberSetzerin Vom Gipfel des Ayers Rock aus, den die Einheimischen „Uluruh“ nennen, sah Michaele die Sonne aufgehen. Es war überwältigend, wie sich die riesigen Felsen, die sie im Dunkeln mit Mann und Kind bestiegen hatte, unter ihr verfärbten. Als würde der Stein tatsächlich erwachen, als dehnten und streckten sich seine kristallinen Zellen und versetzten alles Feste in Schwingung. Michaele spürte es unter ihren Füßen, die zu kribbeln begannen und bald stand ihr ganzer Körper wie unter Strom. Ein unheimlich lebendiges Gefühl und eine wache Erregung durchfluteten sie. Sie wandte sich Michael zu, der Ähnliches spürte. ... Die Nebel von Michaeles beruflichen Pfaden haben sich gelichtet und eine neue – in vieler Hinsicht naheliegende – Aufgabe enthüllt. Sie übersetzt nun alltägliche Bedürfnisse oder außergewöhnliche Wünsche von älteren Frauen und Männern, die die letzten Schritte ihrer Lebenswege nicht mehr ohne Hilfe gehen können. Und auch für den allerletzten Schritt, in dem die Seele den Körper entlässt, ist Michaele eine einfühlsame Begleiterin. Als ÜberSetzerin, die einen Bogen vom Ayers Rock zum Michelsberg gespannt hat, weiß sie, dass die heilige fortwährende Schöpfungsgegenwart nicht unterscheidet zwischen einem Leben im Körper und einem im Geist. Ob Kind, ob alter Mensch, ob Kollegin oder Freundin, ob Ehemann, ob Tochter oder Sohn, ob Mutter oder Nichte, ob Schwager oder Neffe, ob kleine Pflanze oder großer Baum, ob wildes oder zahmes Haustier – Michaele ist allen eine fürsorgliche, loyale und liebevolle ÜberSetzerin! Mit ihrem 50. Geburtstag kommt Michaele nun in die Jahre, in der sie sich selbst immer besser übersetzen kann. Denn je tiefer wir in die eigenen Lebensgründe blicken, desto deutlicher sehen wir die Möglichkeiten, die noch vor uns, oder besser gesagt, in uns liegen.

ÜberSetzerin

Geschichten aus 1001 Tag Der erste Tag Eines Morgens blieb das ‚Tischlein deck dich‘, das Hannes in seinem Glück mit Gertrud erschaffen hatte, leer. Keine Tischdecke lag ausgebreitet, keine Teller, keine Tassen und kein Besteck waren bereitet, vom Essen fehlte jede Spur. Es duftete nicht nach Kaffee in der Wohnung, es waren keine Geräusche vom Umblättern der Kölnischen Rundschau zu hören und Scheherazade, die orientalische Geschichtenerzählerin war mit Hannes verstummt. Denn er hatte aufgehört, um Gertruds Lebens willen Geschichten zu erzählen. Das Buch der Ehe hatte sich geschlossen. Und die sichtbaren Schätze, die Hannes' verstorbene Frau aus sechsunddreißig gemeinsamen Ehejahren hinterlassen hatte, ihre gemeinsamen Kinder und Enkel, konnten ihn jetzt auch nicht trösten. ... „Apropos Singen“, übernimmt jetzt Eleonore wieder den Erzählfaden. „Ich singe in einem Kirchenchor und jeden Donnerstagabend gesellt sich Hannes zu unserer illustren Runde, die nach der Arbeit an Kehle und Stimmbändern, diese nun befeuchten geht. All das hört sich für euch vielleicht sehr nach Lebefrau und Lebemann an und das stimmt auch, aber es schließt nicht aus, gleichzeitig auf den Wegen des Herrn zu wandeln. Zum Beispiel auf unseren Reisen in Israel, in Syrien und in Armenien. Zum Schluss möchte ich euch ein noch ein Bild schenken, das sich tief und warm und voller Liebe in meine Seele geprägt hat. Es ist das Bild von Hannes, das er mir seit sieben Jahren an jedem unserer tausendersten Tage schenkt. Wie er morgens am Fenster steht und mir zuwinkt, wenn ich gegen halb neun zu ihm frühstücken gehe. Und wie Hannes immer noch da steht, wenn ich mit den Zeitungen vom Kiosk zurückkomme, mit der Kölnischen Rundschau für ihn und mit dem Kölner Stadtanzeiger für mich. Und dafür und für all das Schöne, das Hannes und ich miteinander teilen, bedanken wir uns jeden Abend und sprechen einen Wunsch aus, dessen Erfüllung nicht allein in unseren Funken liegt: ‚Der liebe Gott behüte dich und lass dich morgens wieder erwachen.‘“

P1060412.JPG

Märcheninstallation

Apolda 2017

1001 Tag
Anker 3


"Grüne und Diamantene Hochzeiten"

Lochbaum.jpg

Der Sänger und die Tänzerin Schöpfungstanzgesänge Am Anfang war das große Nichts. Ein leerer Raum. Bis eine Stimme in dem Raum ertönte und das erste Lied erklang. Der leere Raum füllte sich mit Gesang, Tönen, Melodien, die immer facettenreicher, virtuoser und schillernder wurden. Aus dem leeren Raum wurde reiner Klang. Er füllte sich ganz aus und ruhte lange in sich, ohne ein anderes Bedürfnis, als zu klingen. Doch irgendwann, sagen wir nach 200 Millionen Jahren, da genügte sich der Klang nicht mehr. Zum ersten Mal in seiner Existenz spürte er Sehnsucht. Anfangs nur ein wenig, doch mit jedem Jahrtausend wuchs die Sehnsucht und wurde größer und nahm bald genauso viel Raum wie der Klang. Bis aus dem reinen Klang reine Sehnsucht wurde. ... Am Abend dieses Tages kamen Imra in seine Wohnung nach Bonn und Vita in ihre Wohnung nach Rheinbach und setzten sich gleich an ihre Klaviere. Sie spielten dieselbe Melodie, ohne es zu wissen. Und sie spürten die gleiche Sehnsucht, ohne es zu ahnen. Diese Sehnsucht öffnete Räume in ihnen, die sie bisher nicht gekannt hatten! Seitdem suchte einer immer wieder die Nähe des anderen. Sie hatten sich unglaublich viel zu erzählen, als kannten sie sich schon viele Millionen Jahre. Eines Tages trafen sie sich, um vierhändig Klavier zu spielen. Als sie aber die ersten Tasten berührten, war es, als würden elektrische Ströme durch sie und das Klavier hindurchfließen, als seien sie ein Körper: Imra, Vita und die Töne. Erschrocken zuckten ihre Hände von den Tasten zurück. „Wer bist du?“ fragten sie sich. „Ich bin Vita, die Lebendige!“ „Ich bin Imra, der den Regentropfen besitzt!“ Sie küssten sich. Und sie küssen sich immer noch und immer wieder. ...

Liebende durch Zeit und Raum Es war das erste Mal, dass sie zu einer Corrida gekommen war. Bisher hatte sie den Tempelbezirk am Fuße der Sierra Nevada gemieden. Corrida de Toros war nun nicht mehr der Name eines alten Stier-Kultus, sondern ein Wettkampf zwischen den Toreros und dem Toro Bravo, dem einheimischen Ur-Stier der iberischen Halbinsel. Was sie hierher zog, war nicht der Kampf, nicht der Schweiß, nicht die fiebernde Angst und Erregung der anderen Zuschauer um sie herum, sondern ein Gefühl, das sie in den letzten Jahren vermisst, und vielleicht sogar vergessen hatte. ... „Der Weg nach Amerika ist weit und braucht viel Zeit, zu überstehen sind gefährliche Gegenwinde, die schlummern in so manchem Kinde, und selbst wenn die Untiefen tapfer überstanden, kann es sein, an verschiedenen Ufern zu stranden, und wenn wir doch gemeinsamen angekommen sind, wissen wir noch lange nicht, wo wir in Wirklichkeit sind. Wir wissen nun, dass wir gemeinsam angekommen sind. Aber wir wissen noch nicht, mit wem wir in Wirklichkeit sind! Wo seid ihr, wenn wir heiraten wollen?“, fragten Roland und Renate ihre Kinder. „Natürlich mit dabei!“, kam ein lautes Antwortgeschrei! ...

Liebende durch Zeit und Raum Cover(1).jpg
Himmelsschlüssel.jpg

Die Himmelsschlüsselkinder ist ein Geschichten-Geschenk an die Schwester und den Schwager zur Diamantenen Hochzeit. Das Motiv der Himmelsschlüssel spiegelt die Innigkeit wider, mit der das Paar 60 Ehe- und Familienjahre gemeistert hat. Und versinnbildlicht poetisch ihren Umgang mit den prägenden Erfahrungen von Krieg und Flucht. Es war einmal eine Familie von Himmelsschlüsseln, die erblühte jedes Frühjahr zur selben Zeit an demselben Ort. Und das war natürlich der schönste Ort der Welt, der aus diesem Grund geheim bleiben soll. Ich will nur soviel davon verraten, dass die Heimat der Himmelschlüsselfamilie zwischen einem Meer und einem Berg im Osten lag. Wie alle anderen Himmelsschlüssel auch nahmen diese Blumen das Himmelslicht in sich auf und strahlten es von unten, von der Erde wieder in den Himmel zurück. Und allen Wesen, ob Vierfüßler oder Zweibeiner, ob Geflügelte oder Gebügelte, allen Wesen, die sich von diesem Licht berühren ließen, öffnete es auf Erden schon geheimnisvolle Tore, hinter denen die größte aller Mächte verborgen war. Zu jener Zeit lebte aber ein böser Zauberer, der selbst der Mächtigste in allen Welten sein wollte. Deshalb waren das Himmelslicht und alles, was auf der Erde das Licht fing und widerspiegelte seine größten Feinde. Weil aber alle Wesen von diesem Licht lebten und immer mehr davon in sich aufnehmen wollten, versprach der böse Zauberer, dass er für alle das Licht einfangen wolle. Dass er dafür aber die Dunkelheit bräuchte. Und weil der Zauberer viele andere Zauberer unter sich hatte und weil er immer mehr hungrige Wesen verzauberte, wurde es auf der Erde immer dunkler. Der Zauberer warf Rauch-kugeln umher und davon verbrannten Wälder, Städte, Vierfüßler, Zweibeiner, Geflügelte und Gebügelte. ... Und sie spürten, dass die ganze große Familie über etwas sehr Innerliches miteinander verbunden war. Und wie es sich für die Kindeskinder von zauber-haften Großeltern gehört, haben sie auch einen Zauberblick. Damit können sie direkt in die Herzen ihrer Verwandten schauen, in denen die gleichen Himmelsschlüsselblumen blühen, wie bei ihren Eltern. Auf diese wunderbare Weise haben sich Friedl und Inge, während sie gemeinsam älter wurden und sechzig Ehejahre miteinander verlebten, in weiteren Schlüsselblumen verjüngt. Was für ein Geschenk und was für eine große Kraft, gemeinsam soweit zu kommen. Die Schlüssel dazu tragen sie in ihren Herzen mit. Damit öffneten sie schon auf Erden die Tore zu der größten aller Mächte, die die meisten erst im Himmel vermuten: zur Liebe. Und so haben beide das irdische Himmelslicht über die Welt verteilt. Heute haben sich ihre Lieben um sie zusammen gefunden. Und wenn alle ganz still sind, wie in diesem Moment, dann können Inge und Friedl aus den unterschiedlichen Tönen der Himmelsschlüssel eine gemeinsame Melodie heraushören, irdisch und himmlisch zugleich.

Initiationsgeschichte für Mädchen und Jungen

Anker 4

Rotkäppchen ist ein 13 jähriges Mädchen, das zum ersten Mal allein durch einen dichten unbekannten Wald geht, um die Großmutter zu besuchen. Sie trifft einen geheimnisvollen Wolf und einen übergriffigen Jäger. Als Rotkäppchen erschöpft bei der Großmutter ankommt, wird sie von ihr und anderen Frauen in die Geheimnisse der Liebe eingeweiht und lernt dabei, ihre eignen Bedürfnisse und Grenzen auszusprechen. „Großmutter, warum hast du so große Augen?“ – „Damit ich sehen kann, was ist!“ – „Großmutter, warum hast du so große Ohren?“ – „Damit ich hören kann, was ist!“ – „Aber Großmutter, warum hast du eine so große Nase?“ – „Damit ich das Unsichtbare und das Unhörbare riechen kann!“ – „Und warum hast du so große Hände?“ Die Großmutter lehnt sich ein Stück vor. „Damit ich fühle, was ich nicht hören, nicht sehen und nicht riechen kann!“. Mit diesen Worten nimmt sie die Hände des Mädchens in ihre Hände. ... Die fragt noch zum Abschied: „Und, Rote Frau, weißt du nun, warum du so einen großen Mund hast?“. „Ja Großmutter, ich weiß, dass ich einen so großen Mund habe, damit ich das, was ich mit meinen Augen sehe und was ich mit meinen Ohren höre und was ich mit meiner Nase rieche und was ich mit meinem ganzen Körper fühle, auch aussprechen kann!“.

0001.jpg
0001.jpg

Goldener ist ein 18 jähriger Junge, der den eingesperrten Wilden Mann unfreiwillig befreit. Weil er damit seine Eltern „verrät“, flieht er mit ihm in die wilden Wälder Xanadas. Mit dem, was er bei dem Mann lernt, erobert er auf Umwegen schließlich das Herz einer Prinzessin und begegnet gereift seinen erfreuten Eltern wieder. ... Der Junge war es gewöhnt, mit seiner Mutter des Öfteren die Wohnsitze zu wechseln, die unterschiedlich königinnenlich waren. Auch als allein erziehende Königin mit entsprechender Verwandtschaft und Unterstützung war das nicht immer leicht. Während sie also das alltägliche Leben mit ihrem Sohn gestaltete, sorgte der königliche Vater für alljährliche Abenteuer und zeigte seinem Sohn die große, weite Welt. Ihm, dem Sohn aber blieb die Aufgabe, diese beiden Welten immer wieder aufs Neue miteinander zu verbinden. Und das zarte Wesen, mit dem er seine Erdenlaufbahn angetreten hatte, widmete sich ganz dieser Aufgabe. Er entwickelte sich zu einem Sonnenjungen und war stetig bemüht, sein inneres Strahlen erst in die königlichen Beziehungsgeflechte einzubringen und später auch in seine jungritterlichen Knappschaften. ...

Pensionierung
 

Anker 5

Kinder leben gefährlich ist eine Lebensgeschichte, die die Leiterin einer Logopädie ihrer Mitarbeiterin zum Abschied in die Pensionierung schenkte. Kinder leben gefährlich. Das weiß Martina genau. Schließlich war sie auch mal eins. Aber welche der Welten, in denen sie aufwuchs, war die gefährlichere? Waren es die Abenteuer, die sie bestehen musste, wenn aus einem Bauklotz ein riesiges Hochhaus herauswuchs und wenn der Drache, den sie eben noch so farbenprächtig auf ein Blatt Papier gemalt hat, plötzlich lebendig wurde und Feuer spie? Oder war doch die Welt der Strumpfhosen und Schuhe anstrengender, wenn sie über ihre kleinen Beine und Füße gezogen wurden? ... Und sie kann sich noch daran erinnern, wie sie mit einem Zauberrucksack auf die Welt gekommen ist. Jedes Mal, wenn sie ein neues Zaubermittel brauchte, um den Feuer speienden Drachen oder den widerspenstigen Schnürsenkeln mutig zu begegnen, packte sie dieses aus. ... Kinder leben gefährlich. Erwachsene auch. Wenn Kinder ihre Zauberrucksäcke auspacken und entdecken konnten, fällt es ihnen später leichter, die zu ihnen passende Werkzeugtasche finden. In dieser Weise nehmen sie als junge Erwachsene ihren Platz in der Welt ein, der je nach Veranlagung mehr auf der Seite der phantastischen oder der festen Dinge ist. Oder dazwischen. Oder sie bereichern die Welt um etwas Neues, und erfinden selbst Werkzeugtaschen. ...

P1020071.JPG

Veronika Dietz Töpferei

Büroeinweihung
 

Anker 6
franzibüro007.jpg

Postkarte von Eva Schimek

Die Steuer-Dolmetsche, zur Büroeröffnung Ursprünglich wollte Frederike Dolmetscherin werden. Das war noch in der DDR. Und da durfte sie nicht. In ihrer Familie befanden sich einige konterrevolutionäre Elemente, die es gewagt hatten, die russische Pädagogik zu kritisieren. Deshalb durfte Frederike kein Französisch und kein Spanisch lernen. Denn wer weiß, was sie in diesen, den Ostbürgerinnen und Ostbürgern schon orientalisch anmutenden Sprachen alles kritisiert haben könnte. Und somit studierte sie etwas Unverfängliches und fast Ideologiefreies, denn es war ein Studium der Ingenieurökonomie für Energieversorgung und -anwendung, das auch nach der 89er Revolution und für die BRDigung kompatibel blieb und sich zu einem Abschluss der Betriebswirtschafts­lehre wendelte. Seit dieser Zeit steht das Wendeln im Zentrum von Frederikes beruflicher Laufbahn. ... Frederike nahm aus dem „DDRischen“ ein kraftwerkspezifisches Berlinerisch und mischte es mit einem frauenspezifischen Sächsisch. Daraus ergab sich eine ostfrederikische Matrix, die zu einer Hälfte in Frederikes Unbewußten und zur anderen in ihrem Bewusstsein verankert ist. Alles, was danach auf ihre Matrix fiel, wurde von diesen eigenwilligen Eigenschaften eingefärbt. ...

Erzählprogramme
IMG_3641.JPG
Screenshot_20220910_153105-1.png
IMG_3658P.jpg
Screenshot_2.png
Scan_20220913_183605.jpg
Scan_20220913_175437.jpg

Erotische Geschichten

 

- für Erwachsene

Die amourösen Abenteuer
von Rotköppchen, Dornröschen und Rapunzel


Dass die Grimmschen Überlieferungen, in denen drei Frauengenerationen die Hauptrolle spielen, ursprünglich Initiationsgeschichten für Mädchen sind, hat mich so fasziniert, dass ich mit diesem Stoff immer wieder gespielt habe. Als ich für erotische Geschichten angefragt wurde, kam die Idee, solche Märchen mit frechen Verdrehungen, witzigen Fügungen, erotischen Bildern und sinnlichen Ereignissen umzuschreiben.

Rosa bekommt ein rotes Käppchen von der Großmutter geschenkt, mit dem sie lustvolle Entdeckungen an ihrem Körper macht. Damit besucht sie die Großmutter, die im Wald ein Tantrainstitut führt. Unterwegs begegnen ihr ein nackter Jäger mit erregtem Bäumchen, und Dornröschen. Flirtend gehen die jungen Mädchen zur Großmutter und glauben, dass sie den Wolf gefressen hat. Oder doch nicht? Dann stellen sie die entscheidenden Fragen … und machen sehr sinnliche Erfahrungen …

veröffentlicht in "GeschichtenVerSchreibung", 2017

Meine FreiHerzGeschichten sind Stegreifgeschichten, die ich aus

einem aktuellen festlichen Anlass heraus erfinde und erzähle - mit Herz und Intuition. Dabei beziehe ich mich auf drei Kunst-, Natur- und Ansichtskarten, die Sie aus meiner Sammlung aussuchen oder ziehen können. Sie können mir aber auch drei Begriffe nennen, mit denen ich Ihre phantastische Kurzgeschichte erzähle. Ich tue dies mit Sinn für Humor, für das Schöne und Schräge, für die Kraft der Verwandlung, und für die offenen Geheimnisse von Leben und Lieben!

Wollen Sie eine private oder berufliche Feier zu einem besonderen Erlebnis für sich und Ihre Gäste machen, dann laden Sie mich ein. Mit meinen FreiHerzGeschichten biete ich Ihnen anregende Unterhaltung auf hohem Niveau. Zwischen Kuchen und Abendessen – zum Beispiel - verwebe ich den jeweiligen festlichen Anlass als Thema in die Geschichten. In meiner wertschätzenden und humorvollen Erzählweise erfinde ich für jeden einzelnen Gast eine kurze sinnige Geschichte. So dass Sie sich und Ihre Gäste sowohl an der eigenen als auch an den Geschichten der anderen erfreuen können! Je nach dem festlichen Rahmen und der Anzahl der Gäste dauern diese Geschichten zwischen fünf bis zehn Minuten.


 

Freiherz ~
Gerschichten

Erzählprogramme
für Kinder
 

DSC02074.jpg
Kinder 2.png
Kinderprogramm.png
Gerolstein.jpg
Scan_20220913_180159.jpg
Scan_20220913_175245.jpg
Scan_20220913_180009.jpg
Scan_20220913_182331.jpg
Frau Holle

"Denn Frau Holle wanderte weit, die Wetter zu stellen, die Fluren zu segnen vor Hagelschlag und Ungemach, die Tiere zu schützen und überall in den Menschenhütten die Herzen zu wiegen."
Frau Holles Heimkehr zum Meißner *

 

P1030369ab.jpg

Frau Holle ~
als Naturgestalt

ver-wandelt mit ihrer eigenen Erscheinungsform die Jahres- und Lebenszeiten. Sie verkörpert die Natur und bildet deren Zyklen von Wachsen, Werden und Vergehen in sich ab: als Großmütterchen Immergrün, Herrin der Gärten, der Tiere, als Taube, als Wetter bis hin zu den Elementen selbst, wenn sie als Regen oder Feuer daher kommt.

Frau Holle ~
als Schicksalsspinnerin

als Schicksalsspinnerin begleitet sie alles Leben von der Wiege bis zur Bahre und darüber hinaus. Denn sie bewacht nicht nur die Schwellen zwischen Leben und Tod, "hütet sie doch auch die Seelen in ihrem Born". Frau Holle kümmert sich auch um die alltäglichen Sorgen, um Heilung von Herzschmerz, Not, Armut, Krankheit und allerlei Schicksal.
 

Frau Holle ~
als Kulturschöpferin

als Kulturschöpferin hilft sie Mensch und Tier, ihre Kräfte zu entfalten. Unter magischer Mitwirkung von Frau Holle entdecken Menschen den Flachs und die Kohle, lernen spinnen und weben und werden in die Geheimnisse des Gärtnerns, des Wein-Kelterns, des Ackerbaus, der Glasbläserei und des Miteinander-Teilens eingeweiht.

Die Märchen und Mythen von Frau Holle, die in verschiedenen Regionen auch Freya, Frau Harke, Hauke, Herke, Hulda, Holde, Holla, Berchta, Percht, ... genannt wird, sind in einer altertümlichen, auch blumigen Sprache überliefert, die für mich die Besseltheit, das Begeistigtsein und somit die energetische Ebene der autopoietischen Lebensgesetze ausdrückt. Das Erzählen dieser alten symbolreichen Sprachbilder versetzt mich selbst - und auch ZuhörerInnen geht es so – in diese besselte und "begeistete" Wirklichkeit.

Frau Holle
auf Ihrem Fest,
auf Ihrer Bühne,
in Ihrem Kreis,
auf Ihrer Veranstaltung, ...
                         
                                                                                                    

 

Frau Holles mythische Geschichten lassen sich zu jeder Gelegenheit erzählen, da sie existenzielle Lebensfragen berühren und mit einer Lebensweisheit antworten, die sich an den natürlichen Entwicklungszyklen von Wachstum und Vergänglichkeit orientiert.

Mit Frau Holle durch die Jahreszeiten

Frau Holle's beseelte Pflanzen- und Tierwelt

Frau Holle's Wirken in den Raunächten

Kunst und Handwerk mit Frau Holle
Magische Garten-, Feld- und Hauswirtschaft
Heilsame Wandlungen und Schicksalhaftes

Scan_20220913_174804.jpg

Die Taube mit dem goldenen Stühlchen im Thüringer Land
Als nun wieder einmal das runde Jahr in die Zwölf Nächte mündete, schlich sich der Jungbauer, so wie er dies von seinem verstorbenen Vater gesehen hatte, heimlich hinaus auf den Acker und machte die Runde durch seinen Garten. Er schüttelte den Apfelbaum, er rüttelte den Birnbaum und sprach dazu den alten Spruch, den sein Ahne schon sprach: "Bäumchen. wach auf, Frau Holle kommt!"
Da vernahm er ein Rauschen im Gezweig, und ein Schauer rieselte herab, vom Wipfel bis zur Wurzel. und es wehte im Winde heran wie Flügelschlag, und Frau Holle erschien im Federkleid einer weißen Taube. Sie schwebte über die verschlossenen Knospen der Krone, kreiste dann um den ganzen alten Garten und breitete ihre singenden Schwingen weit über das wellige Ackerland. Und wo sie flog, da senkte sich Segen nieder auf das Gefilde, sank in die schlummernden Wurzeln und Knollen unter schneebedeckten Schollen, auf dass sie wieder fruchtbar würden und Keime lockten im kommenden Jahr.

Großmütterchen Immergrün
... was wuchs da nicht alles an seltsamen Stauden
und Kräutern: Tollkirschen, Bilsenkraut und Fingerhut reckten sich auf in ihrer giftigen Schönheit, aber auch Weidenröschen und roter Holunder. Bescheiden daneben leuchteten aus den Erdebeerpolstern die roten Perlen. Was lebte nicht alles zwischen Wurzeln und Kräutern! ... Doch die Kinder ließen sich nicht beirren, gedachten ihrer kranken Mutter und sammelten emsig die Beeren ins Körbchen. ... Da bog sich ein Hollerbusch auseinander und mittenhindurch humpelte ein altes Mütterchen herzu. Das war ganz grün gekleidet, wie mit lauter Blättern. Sie sprach: "Mir brennt  das Herz so sehr nach Walderdbeeren, aber mein Buckel ist ganz steif, dass ich mich nicht mehr bücken kann. Laßt mich nur einmal kosten!"

Die blaue Blume von Tirol

Mit Feuer und Steinbeil rodete er ein Gehölz, mit Hacke und Spaten bestellte er dann den Acker, den Samen der Blume ins lockere Erdreich zu senken. ... Mit dem Mairegen schossen die grünen Stenglein auf, und bald wogten die Äcker in blauen Blüten. Wenn dann der Hirte bei Vollmondschein von der Pirsch kam, so sah er wohl, wie die Herrin der Berge segnend die Hände über die blauen Gefilde gebreitet hatte. Da ging die Blüte bald in Frucht. Als nun der Sommer verrinnen wollte, lehrte die Weiße Frau den Bauern die Kunst der Flachsbereitung. Sie gab ihm den Spruch:

"Gerauft, getauft,
Geröstet, geriffelt, gedörrt,
Gebrochen, geschwungen,
Gehechelt, gesponnen,
Gewoben, geblichen,
Geschneidert, getragen,
Verschlissen."


 

Frau Holle am Hörselberg
Als nun die drei Frauen gemeinsam an Spinnrocken saßen, schlug der Nachtwind die Schloßen an alle Fenster und Luken, rüttelte an den Läden, dass es einem bange werden konnte. ... Da stand in dem Holzrahmen ein Mütterchen, zerzaust und gebückt und barmte um Obdach. "Großmütterchenm frieret dich, setz dich hintern Ofen und wärme dich!" ... Über den sauber geharkten Beeten standen die schönsten Apfelbäume im Schneekleid ihrer Blüten. Die waren gestern an dieser Stelle noch nicht gewachsen. Also konnten sie nur von Frau Holles Geistern in dieser Nacht gepflanzt worden sein. ... Und zur großen Freude der Frauen hörten sie nun ein wunderbares Brausen und einen Summesang im Gezweig der schneeigen Kronen. Da spielten abertausend Bienen und Hummeln. Die tauchten ihre Honigrüssel in alle Blütenspitzen. Und die Bäume versprürten es prickelsüß bis herab zum feinsten Würzelchen im dunklen Erdreich. Und als Dank schwoll zum Herbst der Saft in die wangenroten Apfelfrüchte. Da kamen Frau Holles Zwerge und halfen dem Tagelöhner einen köstlichen Apfelwein zu keltern, dessen süße Würze alles übertraf, was sonst im Lande Thürigen geboten wurde.


Frau Holle und der Glasbläser
"Glasmacher, was baumelt der Strick an dem Ast"? sprach eine Stimme. Erschrocken warf sich Kunkel herum. Da trat eine hohe weiße Gestalt aus dem Baumstamm hervor. "Willst Hand an dich legen", fragte die Frau, " damit deine Kinder am Hunger sterben?" "Weil sie am Hunger sterben", stotterte er, "kein Brand, kein Glas, kein Brot - ." Aber die Elbin nestelte den Strick von dem Ast und legte die Schlinge zu Boden. "Da, sieh hinein", befahl sie. Der Mann gehorchte und blickte durch das Rund der Leine wie durch ein Fenster. "Was siehst du?" "Ich sehe", sagte der Glasmacher, "der ganze Berg unter mir ist durchsichtig wie aus gegossenem Glas. Und mein Blick reicht weit in den Abgrund, wo sich die Elemente brodelnd vermischen. ... Zwischen den Tieren und Elementen aber im Zwischenreich wimmelt es jetzt von Kobolden, die fieberhaft schaffen. Die schippen und schleppen, die punzen und putzen, ein emsiges Völkchen. ... Ich sehe, die einen schmieden edle Gesteine in funkelnde Ringe, ... Die anderen formen helle Gefäße und Becher aus zartem Glasfluß, dergelichen ich noch niemals sah, ..."
"Merk alles wohl", wies die gütige Frau, "was die da unten formen, dergleichen sollst du bald selbst blasen und bilden. Doch sage, was tut sich mehr?"
"Ich sehe in ungeheuerer Tiefe die feurigen Wurzeln von einem steinernen Baum, ..."  "Dies ist der Flöz", sprach die Frau, "verkommenes Holz von gewaltigen Wäldern, die vor undenklichen Erdentagen hier gegen dein Leid gewachsen sind. Kohle nennen es die Zwerge ..."

Der Blick in die Todesschlinge hatte dem Künstler die Seele gelöst. Da
schuf der Gläsner Kunkel ein neues Glas.

 


Die ausgeblasenen Lichtlein
Da zog in jener Dreikönigsnacht, welche sie dieserorts auch Berchtennacht heißen, Frau Berchta vorüber. Und die Heimchen begleiteten sie auf ihrer Fahrt. ... Aber es waltete ein strenges Gebot, dass keiner an solchem Abend aus dem Hause ging, zu spähen oder zu lauschen, ... An einem von selbigen Abenden, als die Bäuerin wieder den Tisch an der Schlucht mit Sorgfalt bereitet hatte, da wurde das jüngste Mädchen des Hauses von Zweifel und Neugier gepackt. ...
Jetzt blieb Frau Berchta nachdenklich neben dem Gabentisch stehen und sagte zu einem von den Kindern: "Ich sehe zwei Lichtlein, die sind zuviel; geh hin und blase sie aus!" Das Mädchen hinter der Holztüre fühlte den kalten Anhauch auf ihren Wimpern, und der Mondschein erlosch. Es stülpte sich über sie hin wie ein schwarzer Sack. ...
...
Da sagte Frau Berchta, denn sie selbst war wiedergekommen mit ihren Heimchen: "Vor einem Jahr habe ich an dieser Stelle zwei Augen gelöscht und dafür zwei innere Lichtlein angezündet. So trage denn doppeltes Gesicht, geh hin und vergiß das Beste nicht!" Und alldieweil blies sie dem Mädchen über die toten Augen, also dass das Licht ihr aufblühte mit all seinen Sternen. ... und wie dies neue Licht in die erloschenen Augen drang, so wurde die Maid des Wunders inne. Und eine gewaltige Freudigkeit überkam sie. Denn wo diese Augen nur die Haut und die Außenfläche der Körper gesehen hatten, da war es nun gleichsam
, als schauten sie in die Dinge hinein, wie in Bernstein oder Bergkristall.

 

Naturgestalt
Kulturschöpferin
Schicksalsspinnerin

* Sämtliche Zitate von Frau Holle Geschichten sind aus dem Buch von Karl Paetow: Volkssagen und Märchen von Frau Holle, Sponholtz-Verlag 1967

P1040478k.jpg
bottom of page